Songs of the Moon

Songs of the Moon

Nachdem die Sängerin Ulla Keller und der Gitarrist Frank Warnke mit ihrem sehr berührenden Programm "Streetsongs" um die Häuser und durch die Straßen gezogen sind - dokumentiert auf einer Live CD mit einem begeisterten Publikum aus der Waggonhalle in Marburg - haben die Beiden sich überlegt, wie es wäre, mal den Mond anzusteuern.

 

Da das Reisen mit mehreren Leuten einfach netter ist, wurde der Percussionist Markus Reich mit auf die Reise genommen.

Herausgekommen ist ein wunderschöner und manchmal auch etwas verrückter Genre-Mix aus Improvisation, Klassik, Chanson, Pop und Jazz!

Die drei erzeugen durch den Einsatz verschiedener Saiten- und Perkussionsinstrumente ein Klangspektrum, welches man in der Form selten hört. (Shruti Box, Udu, Handpans, Bass Ukulelen, Doppelhals-Ukulele, Tenor Gitarre, Akkordeon, Looper u.v.m.)

 

 

Foto: Fredy-Haas.de
Foto: Fredy-Haas.de

Die Songauswahl muss als selten, wenn nicht sogar einmalig, angesehen werden. Oder gibt es sonst ein Programm, in dem u.a.  Mike Oldfields - Moonlightshadow, Brecht/Weills - Moon of Alabama Song - , Walking on the Moon von Police und Beethovens Mondscheinsonate No. 14 erklingen.

Ein musikalischer überraschender und sehr unterhaltsamer Abend ist garantiert.

 

Ulla Keller - Gesang, Looper, Shruti-Box, Akkordeon, Bass Ukulele, Tenor Ukulele, Glockenspiel, Blockflöte

Frank Warnke - Akustik- und E-Gitarren, Tenor Gitarre, Doppelhals Ukulele, Bass Ukulele, Looper

Markus Reich - Perkussion (Handpans, Kongas, Cajon, Chimes, Udu, u.v.m.)

 

Weiteres zu Frank Warnke findet sich hier und zu Ulla Keller hier zu Markus Reich bitte hier entlang

 

Ein Short Video gibt es auf YouTube:

 

https://www.youtube.com/watch?v=Jqpgsrpx4aU

 

Das schreibt die Presse:

Gießen - Der »blasse Tropf«, wie er poetisch gern umschrieben wird, bildete am Samstag im fast ausverkauften Saal des Musikzentrums Gießen den Ausgangspunkt eines höchst bunten Abends. Zusammengestellt wurde die »Songs of the Moon«-Playlist von Sängerin Ulla Keller, ihrem langjährigen Mitstreiter Frank Warnke (Gitarre) und Perkussionist Markus Reich.

 

Der Anblick der Bühne - elektrisch und akustische Gitarren samt Effektpedalen, aber auch Ukulelen auf der einen Bühnenseite, Congas, Cajon, Handpans, Becken, Muschelketten und weiteres Schlagwerk auf der anderen - ließ auf Klangvielfalt hoffen. 

Mit seiner Songauswahl ohne Rücksicht auf Schubladen löste das Trio diese Erwartung auch stilistisch ein. Stings »Moon over Bourbon Street«, das schon in den »Streetsongs« (2019) enthalten war, war der Opener und die jazzigste Komposition des Abends. Nur mit Warnkes Jazzgitarre und Kellers klarem und angenehmem Gesang, erst atmosphärisch, später dezent swingend. Es folgte Nick Drakes »Pink Moon« mit Warnke an der zwölfsaitigen Akustischen und Markus Reich, der mit Hilfe der metallenen Handpans und weiterer Perkussion leicht karibisches Flair erzeugte. Keller trug Glockenspiel bei.

Bei Beginn des Konzerts hatte Keller, Epizentrum des Bühnenhumors, die Fans verschmitzt beruhigt: »Ihr könnt entspannen.« Vor dem »Alabama Song« (alias »Whisky Bar« oder eben »Moon of Alabama«) warnte sie zwinkernd: »Das ist Kunst, das sag ich gleich.« Tatsächlich trugen die drei den nicht zuletzt durch die Doors bekannten Ohrwurm sehr nah an Kurt Weills originalen, weniger stromlinienförmigen Harmonien vor und weckten dabei Assoziationen an Tom Waits.

Auch Fans der Ukulele kamen auf ihre Kosten. Bei »Walking on the Moon« spielte Keller den prägnanten Basslauf auf einer fast kontrabassig klingenden Bassukulele, während Warnke die Police-Gitarrensounds aus einer Doppelhalsukulele herauskitzelte. Ein langer Instrumentalteil über gelooptem »Keep it up«-Gesang krönte die Nummer. 

Zweimal gab es Klassik: Schumanns »Mondnacht« und Beethovens zweiten Satz aus der »Mondschein«-Sonate. Hier sang Keller wortlos die rechte Hand des Pianoparts und fügte Worte des »jungen Autors« ChatGPT hinzu. »Mondblau« ist eine Eigenkomposition Markus Reichs mit hohen improvisierten Anteilen: Keller bediente dazu die aus der indischen Musik stammende Shruti-Box, eine Art Miniorgel zur Erzeugung von Borduntönen.

Bei Neil Youngs »Harvest Moon« übertönte Warnkes E-Gitarre leider Kellers Stimme und Akustikgitarre. Ansonsten folgte Höhepunkt auf Höhepunkt: Bei »Bad Moon Rising« versetzte Reichs Udu die Zuhörer nach Afrika, Kellers Akkordeon nach Frankreich und Warnkes virtuos heulende E-Gitarrenvibrati irgendwohin, wo es Wölfe gibt. Und »Moonlight Shadow« würde in dem neuen Arrangement des Trios auch auf Paul Simons afrikanisch inspiriertes Album »Graceland« passen. Grandios! Zum Ende erklang mit dem vom Cajon angetriebenen »Dancing in the Moonlight«, Bruno Mars‹ »Talking to the Moon« und Feists »My Moon My Man« auch jüngeres Material. Am 7. Juni gibt es das Programm in der Vitos-Kapelle erneut. (Axel Cordes) 

https://www.giessener-allgemeine.de/giessen/lieder-vom-mond-92814174.html Fotos: Axel Cordes (ganz herzlichen Dank)